Verein zur Beratung und Begleitung
älterer und verwirrter Menschen
und ihrer Angehörigen e.V.

Aktivitäten

27. August 2003
Willkommene Hilfe bei der häuslichen Altenpflege
VOGELSTANG: Viva unterstützt Angehörige von Pflegebedürftigen

Mit zunehmender Überalterung der Gesellschaft rückt neben der intensiven Pflege und Betreuung der älteren Leute auch immer mehr die psychologische Begleitung deren Angehöriger in den Vordergrund. Zum Teil mitten im Beruf stehend, fällt es vielen Menschen nicht leicht, ihre hilfsbedürftigen Eltern zu Hause zu versorgen. Diese Doppelbelastung kann zum Problem werden, bis hin zu psychosomatischen Störungen. Viva, der Verein zur Beratung und Begleitung älterer und verwirrter Menschen und ihrer Angehöriger mit Sitz auf der Vogelstang, kümmert sich seit über acht Jahren um die hauswirtschaftlichen und seelsorgerischen Belange in Haushalten, in denen ein Mensch gesundheitlich abbaut und deswegen dringender Betreuung bedarf.

Geleitet wird Viva von dem Frauen-Trio Elllen Ensinger-Boschmann, Margot Klein und Maren Twardzik, drei erfahrene Gesprächstherapeutinnen und Sozialarbeiterinnen. Rückendeckung erhalten die drei Fachfrauen, die auf rund 50 hauswirtschaftliche Kräfte zurückgreifen können, von meheren Sozialstationen. Die meisten der Viva-Klienten weisen die typischen altersbedingten Leiden auf, sind inkontinent, finden sich außerhalb der eigenen vier Wänder nicht mehr zurecht und brauchen Hilfe bei der Nahrungsaufnahme.

Ein Schwerpunkt liegt aber auch auf der psychosozialen Betreuung. In einem Fall wandte sich eine Geschäftsfrau an Ellen Ensinger-Boschmann. Deren Mutter war bei ihrer Tochter zu Hause eingezogen, weil sie alleine nicht mehr zurecht kam. Doch der neue Dauergast stellte das Familienleben auf eine große Belastungsprobe, die Tochter fing auf einmal an, ihren Beruf zu vernachlässigen, verlor rapide an Gewicht, und auch in der Ehe fing es an zu kriseln. Sie wandte sich hilfesuchend an Ellen Ensinger-Boschmann und ihr Team.

Viva stellte der überlasteten Frau eine Spezialistin für psychosoziale Aufgabenbewältigung zur Seite. Die ging mit der alten Damen spazieren, einkaufen und erledigte Behördengänge. "Wir möchten nach Möglichkeit zusammen mit den Angehörigen häusliche Versorgungs- und Pflegestrukturen aufbauen, um eine Heimübersiedlung so lange wie möglich zu vermeiden", erläutert Ensinger-Boschmann das Konzept von Viva. Leider sei dies nicht immer gewährleistet. Zurzeit kümmert sich die Organisation hauptsächlich im Mannheimer Norden um 60 bis 70 Frauen und Männer. Manche werden schon seit mehreren Jahren betreut.

Die Organisation finanziert sich über Pflegeversicherung, Sozialhilfe und private Abrechnung. Die Beratung ist kostenlos. "Das müssen wir mit unseren eigenen Mitteln schultern", sagt Maren Twardzik. Deshalb sei man froh über privaten Spenden und natürlich neue Vereinsmitglieder, welche die Arbeit von Viva mit ihren Beiträgen unterstützten. were
© 2005-2018 VIVA
nach oben