Verein zur Beratung und Begleitung
älterer und verwirrter Menschen
und ihrer Angehörigen e.V.

Aktivitäten

9. Oktober 2005
Und was dann? "Senior bricht sich den Oberschenkelhals!"

Ältere froh dabei: Chance durch Betreuung von "Viva"
"Beratungsstelle Viva" gibt unentgeltlich Rat und Hilfe für Pflegebedürftige

(gra) Dieser Urlaub war gelaufen!: Boris Jelzin brach sich neulich während seiner Ferien am schönen Mittelmeer den Oberschenkelhals. Der im Ruhestand lebende russische Ministerpräsident wird, da sind wir sicher, beste Pflege erhalten. Doch, so fragen sich viele Mannheimer Senioren und ihre Familienangehörigen: "Was wird aus uns, wenn so ein - im übrigen gerade bei älteren Menschen häufiges Unglück - uns passiert? Wer betreut uns, wenn wir im Alltag nicht mehr fertig werden, schwach und vergesslich sind? Ist dann unbedingt die Umsiedlung ins kostspielige Alten- und Pflegeheim fällig? Wer kann uns helfen, wer beraten?" Helfende Hände und Klärung bieten in solchen Fällen die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des gemeinnützigen Vereins "Viva" an. Ihre Beratungsgespräche sind unentgeltlich und vertraulich, können in der Beratungsstelle oder zuhause stattfinden. Damit auch bei zunehmender Pflegebedürftigkeit, bei Verwirrtheit oder bei psychischen Beeinträchtigungen ein Verbleiben zuhause möglich wird, bietet "Viva" langfristige Begleitung und professionellen Beistand an. "Viva", ein Zusammenschluss von Fachleuten aus der Altenarbeit, hilft bei der Planung und Organisation der häuslichen Versorgung, bei der Vermittlung und Anleitung der hauswirtschaftlichen Kräfte, der Auswahl geeigneter Pflegedienste, bei der Antragstellung für Hilfen durch Behörden, Krankenkassen und andere Institutionen und übernimmt bei Bedarf die Koordination der Dienste.

Die Ansprechpartner sind Dipl-Päd. Soz.Arb. Ellen Boschmann und Dipl. Soz. Arb. Margot Klein. Ellen Boschmann sagte uns: Ziel des Vereins "Viva" ist es alten, insbesondere altersverwirrten Menschen ein Leben in ihrer eigenen, vertrauten Umgebung zu ermöglichen, da gerade dort ihre Orientierungsfähigkeit und Eigenaktivität langfristig am besten erhalten werden kann. So kann nach einem Krankenhausaufenthalt eine schnellere und bessere Rehabilitation möglich sein. Über die klassische Beratung hinaus gehend arbeitet die Beratungsstelle nach dem Ansatz der "zugehenden Beratung". Diese wurde von den Gerontologen Karl und Nittel für die stadtteilnahe Betreuung von alten Menschen formuliert, die nicht mehr selbst eine Beratungsstelle aufsuchen können. Neuartig und wirkungsvoll ist dabei die "biographische Betreuung", das heißt, dass der alte Mensch oder seine Angehörigen sich jederzeit an die Beratungsstelle wenden können und deren Mitarbeiter gemeinsam mit ihnen nach einer Lösung für die jeweils aktuelle Frage suchen. Neu auftauchende Probleme können vor dem Hintergrund der Lebensgeschichte und der aufgebauten Vertrauensbasis schneller bearbeitet werden. Ziel ist es, die Heimunterbringung zu vermeiden. Darum bietet "Viva" zu Beginn der Krisensituation drei bis fünf (kostenlose) Beratungsgespräche an, um gemeinsam mit den alten Menschen und den Angehörigen die ambulante Versorgung zu entwickeln. Die Beraterin bleibt als ständige Bezugsperson für den Betreuten und die Helferin dabei, reduziert jedoch ihren zeitlichen Beitrag. Eine stattliche Anzahl von "biografisch Begleiteten" wurde in den vergangenen Jahren - "Viva" besteht seit 1995 - bis zu ihrem Tode in der eigenen Wohnung betreut.

Lydia Grabenkamp (www.feudenheim-net.de)
© 2005-2018 VIVA
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